Neben stabilen Wasserisotopen ist Tritium ein idealer konservativer Tracer, um die Verbindungen zwischen Niederschlag, Oberflächenwasser und Grundwasser zu verstehen. Dieses Verständnis ist entscheidend, um das Alter des Grundwassers zu bestätigen, die Grundwasserneubildung zu quantifizieren und eine nachhaltige Grundwasserbewirtschaftung zu ermöglichen.
Standort Lehmen
Der Standort Lehmen an der Mosel bietet optimale Voraussetzungen, um unter verschiedenen hydraulischen Bedingungen die Wechselwirkung von Fluss- und Grundwasser zu untersuchen. Hydrochemische Untersuchungen finden dort durch die BfG bereits seit 2020 statt und sollen in diesem Projekt intensiviert und ausgeweitet werden. Die Untersuchung von Mischungsprozessen ist am Standort besonders gut möglich, da die Mosel markante Tritiumsignale durch das am Fluss befindliche französische Atomkraftwerk Cattenom hat. Neben den stabilen Isotopen steht an diesem Standort also ein weiterer unabhängiger Tracer des Wassermoleküls zur Verfügung, mit dem sich Fluss- und Grundwasser eindeutig voneinander unterscheiden lassen. Das ermöglicht ein verbessertes Verständnis über Mischungsprozesse und den Einfluss von Flusswasser auf das Grundwasser entlang großer Flüsse.
